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Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. AKFSG Nahrungssuche Die Nahrung der einzelnen Fledermausarten variiert sehr mit dem Angebot. Dennoch können verschiedene Beuteinsekten in Abhängigkeit von Jagdweise und -biotop als bevorzugte Kost gelten . Diese Daten wurden aus dem Kot (unverdauliche Nahrungsreste, wie Chitinpanzer, Flügel, Fassettenaugen etc.) der Fledermäuse erhoben.
Nahrungsinsekten von Fledermäusen (kl. : kleine Arten, gr.: große Arten, nach Daten von Schober 1987): Mücken Schnaken . Eintagsfl. / Libellen / Nachtfalter / Käfer / Zweiflügler / Grillen / Spinnen Zwergfl. + Wasserfl. + + Teichfl. + + Rauhhautfl. + kl. Fransenfl. ruhend ruhend Kl.Bartfl. + + + kl. Gr.Abends. + + Kl. Abends. + + Breitflügelf. + + Zweifarbfl. + Kl.Mausohr + + Gr.Mausohr + gr.Laufk. + + Langohr EulenlRaupen +
Die Art und Größe der Kothaufen gibt neben dem Inhalt bereits deutliche Hinweise auf die Fledermausart. Die Haufen können von enormer Größe sein, wenn man bedenkt, daß eine einzige Wasserfledermaus etwa 4000 Insekten in einer Nacht verspeist, ein Mausohr kommt auf etwa 40 große Laufkäfer pro Nacht.
Bestimmungshilfe für Fledermäuse (nach Maywald 1988, verändert): Art Kotgröße / Kotfund / Quartier / Bemerkung Mausohr groß in Gebäuden offen frei hängend Breitflügelf. groß an Gebäuden versteckt Gr. Abendsegler groß in Kästen . Fransenfl. mittel in Gebäuden/ in Kästen offen frei hängend Bechsteinfl. mittel in Gebäuden/ in Kästen offen Langohrfl. mittel in Gebäuden offen Wasserfl. mittel in/an Gebäuden, in Kästen versteckt Zweifarbfl. mittel an Gebäuden versteckt Teichfl. mittel in Kästen Kl. Abendsegler mittel in Kästen . Bartfl. klein in/an Gebäuden versteckt unter Verkleidungen Zwergfl. klein in/an Gebäuden versteckt in Hohlschichten
Tagsüber verbleiben die Flederrnäuse in ihren Quartieren und verfallen in die sogenannte Tagesschlaflethargie. Mit der Abenddämmerung fliegen sie aus. Die folgendeTabelle gibt die Ausflugzeiten wieder:
Ausflugzeiten (nach Daten von Schober 1987): Ausflugzeit: kurz vor Beginn der frühe / späte Dunkelheit Bemerkung Abenddämmerung Abenddämmerung . Gr. Abendsegler + (1-1,5 Std.Jagd) 2.Jagdzeit am frü henMorgen Kl. Abendsegler + Zwergflederm. + Wasserflederm. + Bartfledermäuse + mit Jagdpausen Rauhhautflederm. + Breitflügelflederm. + Teichfledermäuse + z.T. 2. Jagdzeit Fransenflederm + Jagd ganze Nacht Zweifarbflederm. + Jagd ganze Nacht Langohren + + Kl. Mausohren + + Gr. Mausohren + .
Jagd- und Schlafrevier sind normalerweise nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Entfernung zwischen Sommerquartier (Schlafplatz) und Jagdrevier (nach Daten von Schober 1987, Schmidt 1991): Bartfledermaus bis 1 km (Schmidt) Wasserfledermaus 2-5 km (Schober) Breitflügelfledermaus bis 1 km (Schober) Abendsegler bis 6 km (Schober) Zwergfledermaus 1-5 km (Schober) Mausohr mehrere km (Schmidt)
Die Jagdgebiete sind vielgestaltig in Abhängigkeit vom Beuteangebot und Jagdweise. Die folgenden Tabellen geben einen Überblick über den bevorzugten Jagdraum und den typischen Jagdflug. Jagdreviere (Ku Izer 1987): Wasserfl. Feucht- Wald Parks Wiesen Siedlung Jagdhöhe (m) steh./fließ. gebiete Gärten Felder Straßenlaternen . Wasserfl. offene 0,05 - 5 Teichfl. an der Veget. am Rand Rauhhautfl. entlang Veget. entlang Wegen 3 - 7 Zwergfl. + Ränder + + 2- 6 Bartfl. + + lichter W. + + 6- 10 Fransenfl. + + + + 1- 4 Mausohr + + + 5- 10 Langohr lichter + + Zweifarbfl. Hochhäuser 10- 20 Abendsegler + (Seen) Kronenbereich + + 10 (100) Breitflügelfl. Ränder + +
Typische Jagdweise: Fluggeschwindigkeit / Flugbahnen / Besonderheiten Wasserfl.: schnell, kreisend, schwirrend die Wasseroberfläche absuchend Teichfl.: schnell, gewandt Zwergfl.: schnell, wendig, Zickzackflug Bartfl.: schnell, wendig auf kurzen Räumen, kreisend z.T. "segelnd" Zweifarbfl.: schnell geradlinig Abendsegler: sehr schnell, geradlinig, z.T. Sturzflüge, unregelmäßig ellipsoide Flugbahnen Breitflügelfl.: langsam, große Kurven nicht über Haushöhe Rauhhautfl.: langsam, entlang von Strukturen patroullierend ruhige, tiefe Schläge (immer gleiche Flugbahn) Fransenfl.: langsam, schwirrend, kurzzeitig auch rüttelnd dicht an der Vegetation, Beute abpickend Mausohr: langsam, gleichmäßig, rudernd, z.T. Ansitzjäger, Bodenjäger (zu Fuß) Langohr: langsam, gaukelnd, typischer Rüttelflug kurzzeitig stark beschleunigend, dicht an der Vegetation
Feinde der Fledermäuse in der Dämmerung sind Falken und in der Nacht Eulen. Die Tagesquartiere sind durch Marder, Wiesel und Katzen bedroht. Natürlich sind Fledermäuse durch Parasiten bedroht. Als Ektoparasiten sind Milben, Zecken, die Fledermausfliege, etliche Floharten und Wanzen bekannt (AFG,Hrsg. 1993).
Literaturhinweise unter : Literaturliste
Auszug (mit freundlicher Genehmigung der Autoren und Herausgeber) aus der Veröffentlichung, sämtliche Rechte vorbehalten: Dr. Henrike und Holger Körber, Andrea Will, Gerhard Hilverkus: Bestandsaufnahme der Fledermäuse im Raum Wermelskirchen (Bergisches Land), 1995 |