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Fledermaus-Schutz

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Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. AKFSG

stellt vor:

AK-Fledermäuse/Fledermausschutz, Leverkusen, NABU & BUND

**   Stollenverschluß 2000 **   Veranstaltungen **  Europ. Fledermausnacht

Der AK-Fledermäuse bei NABU und BUND Leverkusen besteht seit November 1997, also gut zwei Jahre. Acht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen regelmäßig an den Treffen und Aktivitäten des Arbeitskreises teil.

Leverkusen

Stark zersiedelt und industriell geprägt (Stichwort: Bayer) liegt Leverkusen zwischen den beiden Großstädten Köln im Süden und Düsseldorf im Norden. Im Westen bildet der Rhein die Grenze, im Nordosten geht das Stadtgebiet in das Bergische Land über. Drei Autobahnen durchschneiden die Stadt, die A 3 Oberhausen/Frankfurt, die A 1 Wuppertal/Aachen und die A 59 parallel zum Rhein. Etwa 50 % der Fläche in Leverkusen ist unverbaut, wird teilweise land- und forstwirtschaftlich oder zur Naherholung genutzt. Der Bürgerbusch zwischen Alkenrath und Lützenkirchen ist das größte zusammenhängende innerstädtische Waldgebiet.
Zwei große Flüsse Wupper und Dhünn fließen in ostwestlicher Richtung durch Leverkusen und münden hier in den Rhein. Neben einigen kleineren Flüsse und Bäche findet man verschiedene stehende Gewässer im Stadtgebiet. Im Norden liegt z. B. eine kleine Talsperre, die Diepentalsperre, im Nordwesten (Rheindorf/Hitdorf) befinden sich viele teilweise offengelassene Kiesgruben.

 Warum Fledermäuse?

Kurz gesagt, unser Ziel ist es, diese stark bedrohte Tierart und ihre Lebensräume zu schützen.

Unter den Säugetieren verfügen nur die Fledermäuse und Flughunde über die Fähigkeit, aktiv zu Fliegen. Die Fledermäuse orientieren sich mit Hilfe von Ultraschallauten.

Fledermäuse sind Vielfrasse, ca. 70 % der Fledermäuse, dazu gehören alle in Europa vorkommenden Arten, leben von Insekten und Spinnen. Sie vertilgen pro Nacht etwa ein Viertel bis die Hälfte ihres Körpergewichtes (Richarz, K. &, Limbrunner, A. 1999). Das entspricht bei einer 20 Gramm schwerer Fledermaus etwa 5-10 Gramm Insekten. Fledermäuse sind also natürliche Insektenvertilger. Arten in den Tropen leben vom Blütennektar bestimmter Pflanzen und befruchten dabei die Blüten. Dieses sind einige Beispiele für die Aufgaben der Fledermäuse im Naturhaushalt.

Leider sind durch unterschiedliche Eingriffe des Menschen in den Naturhaushalt die Fledermäuse vom Aussterben bedroht. 20 von den 22 in Deutschland vorkommenden Arten stehen auf der Roten Liste der BRD (1998). Der Bestandsrückgang setzte Ende der 60er Jahre ein. Als Hauptursache gilt der verstärkte Einsatz von Pestiziden in Land- und Forstwirtschaft. Umweltgifte vernichten Insekten, die den Fledermäusen in unseren Breiten als Nahrung dienen oder es kommt zu Vergiftungen der Fledermäuse über die Nahrungskette.

Quartierverlust ist ein weiterer Grund für den Rückgang der Fledermäuse. Fledermäuse sind im Jahresverlauf auf unterschiedliche Teillebensräume angewiesen (Blab 1980). Zum Überwintern benötigen sie kühle aber frostfreie Unterkünfte (Naturhöhlen, tiefe Baumhöhlen, alte Keller, Bunker, Stollen), im Sommer dagegen warme und zugfreie Quartiere (alte Spechthöhlen, Baumrisse, Dachböden, Spalten an Gebäuden), die sie als Wochenstuben, Männchen-, Paarungs- oder Zwischenquartiere nutzen. Viel dieser potentiellen Quartiere sind aus Unwissenheit in den letzten Jahrzehnten vernichtet worden und gehen heute noch aus Unkenntnis verloren (z. B. durch Hausrenovierungen, Holzeinschlag alter Bäume).

Fledermausschutz ist also sinnvoll und notwendig. Fledermausschutz bedeutet gleichzeitig Biotopschutz und damit Schutz anderer Tierearten und Schutz von Pflanzen, z. B. hilft der Erhalt von Feuchtgebieten auch den Amphibien.

Naturschutz erfordert Zusammenarbeit und fördert das Denken in Zusammenhängen. Ökologischer Landbau, extensive Forstwirtschaft gehen schonend mit der Natur um und erhalten Lebensräumen u. a. für Fledermäuse. Durch die Mitarbeit im AK - Stadtökologie fördern wir Projekte der Lokalen Agenda 21 in Leverkusen.

 

Die Arbeit des AK-Fledermausschutz gliedert sich in:

 

Kartieren der Fledermausarten und ihrer Lebensräume wie Jagdgebiete, Flugstraßen, Sommerquartiere (Wochenstuben, Paarungsquartiere), Winterquartiere in Leverkusen. Kontrolle der Bestandsentwicklung durch jährlich wiederholte Zählungen.

Konkrete Maßnahmen zum Schutz der heimischen Fledermäuse, wie:
die Erhaltung von Höhlenbäumen,
Schaffen von Ersatzquartieren durch Aufhängen von Fledermauskästen,
Einbau von Fledermausgerechten Verschlüssen in Stollen und Bunkern in Absprache mit den zuständigen Behörden und der Biologischen Station des NABU Leverkusen,
Ausweisung von Altbauminseln,
Erhalten natürlicher Landschaftsstrukturen,
Pflege verletzter und geschwächter Fledermäusen.

Aufklärung der Bevölkerungen über die immer noch sehr unbekannte Tiergruppe de Fledermäuse, ihre Lebensweise durch Infoblätter, Exkursionen und Angebote für Kinder.

Aktuelles

Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e. V. wollen wir in diesem Jahr(2000) in Leverkusen-Opladen einen Tiefbunker aus dem Jahre 1943 im Auftrag der Stadt Leverkusen mit einem fledermausgerechten Verschluß versehen. Die Vorarbeiten sind geleistet und wir hoffen, daß bald mit der Herstellung des Tores begonnen werden kann. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Verschluß im Herbst 2000 eingebaut werden.

Weiter ist die Optimierung vorhandener Kastengebiete und die Einrichtung neuer Kastengebiet geplant.

Für das Sommerhalbjahr bietet der AK-Fledermäuse neben einer Kastenbauaktion mehrere Nachtexkursionen zu den Fledermäusen an, siehe Aktivitäten.

Aktivitäten

Der Arbeitskreis Fledermäuse/Fledermausschutz trifft sich regelmäßig jeden ersten Mittwoch im Monat im Informationbüro der Naturschutzverbände NABU & BUND, Mülheimer Str. 18, 51378 Leverkusen-Schlebusch.

Infos

Wollen Sie mehr über uns und unsere Akivitäten wissen? Haben Sie Interesse bei uns mitzuarbeiten? Oder haben Sie in und um Leverkusen Fledermäuse beobachtet? Dann rufen Sie uns unter Telefon: 0214/54283, Mechtild Höller oder 0214/506424, Informationsbüro von NABU & BUND an oder schicken Sie uns eine e-mail unter: Mehoeller@aol.com. Der Arbeitskreis Fledermäuse/Fledermausschutz freut sich auf Ihre Fragen und bedankt sich für Ihr Interesse.

  

Auszug aus dem Jahresbericht 1999 

Projekt: Workshop zur Artbestimmung mit dem Batdetoktor und Auffinden von Flugstraßen und Sommerquartieren in Haus Hardt in Bergisch Gladbach.

Unter der Leitung von Lothar Bach, Diplombiologe aus Bremen, suchten wir in drei Nächten im Gebiet zwischen Haus Hardt und Moitzfeld in Bergisch Gladbach-Bensberg nach Fledermäuse, Flugrouten und Quartieren. Wir waren von abends 20.30 Uhr bis morgens 5 Uhr unterwegs, nach dem Ausschlafen und einem reichlichen Frühstück ging es um Theorie,z. B. die Erkennung der Fledermäuse durch ihre Rufe, Merkmale der häufigsten Fledermausarten, Entwickeln eines Untersuchungsplans anhand von Kartenmaterial. Nach dem gemeinsamen, selber zubereiteten Abendessen gingen wir raus in das Untersuchungsgebiet.

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(Bild 1 + 2: Teilnehmer des Seminars, Juni 1999)
Zwerg-, Wasser- und Bartfledermaus sowie Großer Abendsegler wurden nachgewiesen. Durch systematische Rückverfolgung der Flugrouten konnte in der letzten Nacht ein Zwergfledermaus-Quartier unter dem Giebel eines relativ neuen Vierfamilienhauses gefunden werden.
An dem Seminar nahmen außer vier Teilnehmern des AK- Fledermäuse, Leverkusen, NABU & BUND vier Fledermauskundler aus Wermelskirchen und Bergisch Gladbach-Refrath teil.

Projekt: Bau von Fledermauskästen auf Gut Ophoven

Der Bau von Fledermaushäusern ist eine gute Gelegenheit, Kinder mit den Fledermäusen und ihrer Lebensweise vertrauter zu machen. Zum Kastenbau auf Gut Ophoven hatten sich 18 Kinder angemeldet. Alle waren mit Eifer dabei, daneben erfuhren die Kinder viel Wissenswertes über die Fledermäuse.

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(Bild 3: Kinder bauen auf Gut Ophoven Fledermauskästen, Juli 1999)

Projekt: Fledermausexkursionen

Insgesamt führten wir fünf Exkursionen zum Thema Fledermäuse durch, davon vier gemeinsam mit Gut Ophoven und eine zur 3. Europäischen Fledermausnacht. Insgesamt nahmen etwa 250 Menschen, darunter viele Eltern mit Kindern, an den Nachtwanderungen teil. Erfreulich ist das große Interesse in der Bevölkerung an den Fledermäusen. Wir wollen dieses Interesse nutzen, um die Sensibilität und Akzeptanz der Menschen für diese Tiergruppe und darüber hinaus für Fragen des Natur- und Umweltschutzes zu erhöhen.

Projekt: Kartierung der Fledermausvorkommen in Leverkusen

Die Grundlage für geeignete Schutzmaßnahmen bildet die Erfassung der in Leverkusen vorkommenden Fledermausarten und ihrer Lebensräume. Die im Jahr 1998 begonnenen Untersuchungen in den Stadtteilen Schlebusch, Alkenrath, Manford und Steinbüchel auf Fledermausvorkommen wurden im Jahr 1999 fortgesetzt.

Untersuchte Gebiete in Leverkusen
Zu den zwischen April und Oktober untersuchten Stadtteilen gehören Schlebusch, Edelrath, Alkenrath, Steinbüchel, Opladen und Hitdorf und weiter zwei Kiesgruben südlich von Leverkusen auf Kölner Gebiet.

Methoden
Nachweis und die Bestimmung der Fledermausarten erfolgten mit Ultraschalldetektoren der Firmen Sky und Petterson (Mischer - und Teilerfunktion) sowie nach Sichtbeobachtung (Größe der Tiere, Fellfarbe, Flug- und Jagdverhalten).

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Nachgewiesene Arten
Bisher konnten vier Arten - Zwergfledermaus, Wasserfledermaus, Rauhhautfledermaus, Großer Abendsegler - nachgewiesen werden. Der Nachweis einer Bartfledermaus spec. und eines Langohrs spec. gelang einmal, und muß in diesem Jahr bestätigt werden, in beiden Fällen waren die Tiere nur kurz zu hören. Das Artenschutzkataster der Stadt Köln enthält Nachweise für das Braune Langohr und Bartfledermäuse (Sudmann et al. 1996). Carola Puff weist in ihrer Arbeit 1990 Bartfledermäuse an einigen Stellen in Leverkusen nach.
Wasserfledermäuse gehören zu den mittelgroßen Arten, ihre Quartiere haben sie meist in Baumhöhlen. Wasserfledermäuse sind am häufigsten in Leverkusen anzutreffen. Sie jagen von Ende März bis Ende November dicht über der Oberfläche von stehenden und fließenden Gewässern.
Die Zwergfledermaus, die kleinste in Deutschland vorkommende Art (Spannweite 18-24 cm), ist weit verbreitet und in Leverkusen die zweithäufigste Art. Unterschlupf finden die Zwerge u. a. in und an Gebäuden. Die
Untersuchungen zeigen, daß "Zwerge" ab März bis Mitte Oktober regelmäßig an und über stehenden und Fließenden Gewässern, in Parkanlagen und kleinen Wäldchen jagen.
Die Rauhhautfledermaus ist eng verwandt mit der Zwergfledermaus und nur wenig größer als diese. Als ziehende Art legen „Rauhhäute" im Frühjahr von den Winterquartiere im SW-Europa zu den Wochenstuben in Ostdeutschland, Polen und den Baltischen Staaten Strecken bis zu 1000 km zurück, im Herbst umgekehrt. Im Rheinland kommt die Art als Durchzügler vor (Sudmann et al. 1996). In Leverkusen sind "Rauhhäute" entsprechend im März/April und August/September zu beobachten.
Der Große Abendsegler gehört mit einer Spannweite von 320-400 mm zu den größten Arten in Deutschland. Er jagt im freien Luftraum u. a. nach großen Nachtschmetterlingen. Am Tage ruht er in Baumhöhlen. Große Abendsegler jagen in Leverkusen ab Juli bis Oktober meist an und über Baumgruppen in Gewässernähe.

Quartiere

Im Sommer 1999 untersuchten wir die einige Gebiete schwerpunktmäßig auf Fledermaus-Quartiere.

Zusammenfassung und Diskussion

Ein kleiner Kreis von MitarbeiterInnen konnte in relativ kurzer Zeit eine Fülle von Informationen über die Fledermausfauna in Leverkusen gewinnen. Wasserfledermäuse kommen im Stadtgebiet von Leverkusen am häufigsten vor, gefolgt von den Zwergfledermäusen. Die Daten von Roer (1992) zeigen ähnliche Ergebnisse für andern Städte und Gemeinden Nordrhein Westfalens. Große Abendsegler trifft man jagend in vielen Bereichen des Stadtgebietes an, Jagdgesellschaften lassen sich ab Ende Juli nachweisen. Möglicherweise handelt es sich um durchziehende Tiere. "Rauhhäute " kommen im Stadtgebiet nur vereinzelt vor. Bisher war diese Art in der zweiten Aprilhälfte und im September nachzuweisen. Die Anzahl der Arten und Anzahl der Individuen pro Art nimmt von der Peripherie zur Stadtmitte hin, d. h. mit zunehmender Bebauung, deutlich ab. Weiteren Fledermausarten, deren Nachweis mit den bisher eingesetzten Methoden äußerst schwierig oder nicht möglich ist, sind zu erwarten. Zu optimieren wäre die Artbestimmung durch den Einsatz von Detektoren mit Zeitdehnungsfunktion, weiter durch Netzfänge mit anschließender Handbestimmung. Zum Auffinden der Fledermausquartiere sollen Beobachtungen der Bevölkerung stärker einbezogen werden, dazu wird ein Meldezettel entwickelt.

7. Februar 2000

Februar 2000:

AK-Fledermausschutz, NABU & BUND Leverkusen:

Der Arbeitskreis Fledermäuse/Fledermausschutz von NABU & BUND im 3. Jahr

 

Wir, das sind acht MitarbeiterInnen, beschäftigen uns seit November 1997 intensiv mit den Fledermäusen in Leverkusen. In den Sommern 1998/1999 konnten vier Fledermausarten in Leverkusen sicher nachgewiesen werden: Wasserfledermäuse, Zwergfledermäuse, Rauhhautfledermäuse und Große Abendsegler. Wir gehen davon aus, daß weitere Arten auf Leverkusener Gebiet vorkommen, deren Bestimmung mit den von uns eingesetzten Methoden, Batdetektoren und Sichtbeobachtung, schwierig ist. Neben dem Kartieren der Fledermausarten, ihren Jagdgebiete und Quartiere in Leverkusen bieten wir im Sommerhalbjahr Exkursionen über Naturgut Ophoven und zur Europäischen Fledermausnacht an (s. dieses Programm). Im Winterhalbjahr vertiefen wir unser Wissen über die Biologie und Ökologie der Fledermäuse, ihre Gefährdung und mögliche Schutzmaßnahmen. Daneben gibt es praktische Aufgaben im Winter, wie die Untersuchung der Kirchendächer auf Fledermausspuren (Kot, verendete Tier), Kartieren von Höhlenbäumen, denn Baumhöhlen dienen den Fledermäusen als Sommerquartiere und wenn die Höhle oder der Baumriß tief genug ist, auch als Winterquartier. Wenn Sie, liebe LeserInnen, neugierig geworden sind, laden wir Sie zu unseren monatlichen Treffen ein. Wir treffen uns jeden ersten Mittwoch im Monat im Informationsbüro von NABU und BUND, Mülheimer Straße 18, 51375 Leverkusen. Sollten Sie Fragen

 Literatur:

 BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (Hrsg.) (1998): Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands. - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz, Heft 55.

 Roer, H. (1993): Die Fledermäuse des Rheinlandes 1945-1988, Decheniana 146, 138 - 183, Bonn

 Puff, C. (1990): Bestandsaufnahme der Fledermäuse im Stadtgebiet von Leverkusen, ULB Leverkusen

 SUDMANN, S. R., DISTELRATH, F. & FLORAK, F. (1996): Das Artenschutzkataster der Stadt Köln. - Decheniana - Beihefte 35, 653-677, Bonn.

Mechtild Höller

Diplombiologin

Reuterstr. 55, 51375 Leverkusen

Telefon: 0241-54283, e-Mail: Mehoeller@aol.com            30.05.2000

 

 

Stollenbunker an der Himmelsleiter -

ein Winterquartier für Fledermäuse

 

Die Arbeit des AK-Fledermäuse dient dem Schutz der heimischen Fledermausarten. Neben der Erfassung der hier vorkommenden Fledermausarten und ihrer Lebensräume gehören dazu die Erhaltung bestehender und die Schaffung neuer Fledermausquartiere.

In der Vergangenheit wurden in Europa schon mehrfach Anlagen aus dem 2. Weltkrieg für Fledermäuse und Amphibien hergerichtet, z. B. Teile des ehemaligen Westwalls entlang der Grenzen zu Frankreich, Luxemburg, und Belgien. Eine Begehung des Stollenbunkers an der Himmelsleiter in Opladen im Januar 2000 durch den AK-Fledermäuse zeigte, dieses Bauwerk aus den 40er Jahren mit seinen felsigen, spaltenreichen Wänden, der hohen Luftfeuchtigkeit, dem weitgehend konstanten Temperaturen und seiner Lage in Wuppernähe, ist bestens als Winterquartier für Fledermäuse geeignet.

Allerdings mußte dazu die vorhandene Türe aus Stahlblech durch ein stabiles, einbruchssicheres Gitter, das gleichzeitig den Fledermäusen ungehinderten Zugang ermöglicht, ersetzt werden. Die Maßnahme wurde mit Herr Kossler von der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Leverkusen besprochen. Der AK-Fledertierschutz Solingen e. V. konnte zur Mitarbeit gewonnen werden.

Nach Genehmigung und Zusicherung der Kostenübernahme für die Herstellung des Verschlusses durch die Stadt Leverkusen, begannen wir, der AK-Fledermäuse, im April mit den Vorarbeiten. Die Freiwillige Feuerwehr Opladen pumpte den Bunker, der voll Wasser stand, leer. Danach konnte für den späteren Einbau des Fledermausgitters die Beschaffenheit des Bodens im Eingangsbereich untersucht werden. Nach Fertigstellung des verzinkten, aus Stahlrohren geschweißten Gitters in Solingen, baute der AK-Fledermäuse gemeinsam mit dem AK-Fledertierschutz Solingen in mehreren Wochenendeinsätzen - an zwei Arbeitstagen unterstützte uns außerdem der RBN, Wermelskirchen -, den fledermausgerechten Verschluss im Eingang des Bunkers ein. Für die Betonierarbeiten waren teilweise sehr komplizierte Verschalungen notwendig. Am 18. 11. 2000 wurden die Arbeiten abgeschlossen.

Wir freuen uns über dieses erfolgreiche Projekt zum Schutz der Fledermäuse und sind sicher, daß bald Fledermäuse (Wasserfledermäuse, Bartfledermäusen und Langohren) den Bunker an der Himmelsleiter aufspüren und als Winterquartier annehmen. Opladener Bürger berichteten mehrfach, sie hätten früher, als der Bunker noch offen war, im Winterhalbjahres regelmäßig Fledermäuse innen gesehen.

An dieser Stelle bedanken wir uns bei der Stadt Leverkusen, vertreten durch Herrn Kossler, für die Finanzierung des Gitters, dem AK-Fledertierschutz Solingen e. V. mit ihrem Vorsitzenden Helmut Pötzsch für Entwurf und Fertigstellung des Gitters und die kollegiale Zusammenarbeit, der Freiwilligen Feuerwehr Opladen für das Auspumpen des Bunkers. Vielen Dank an alle, die uns durch Hinweise und Tipps, ihr Interesse, Kaffee und Kuchen bei der Stange gehalten haben.

Dipl. Biol. Mechtild Höller 

Leiterin AK-Fledermäuse

Monatstreffen AK-Fledermäuse Leverkusen, NABU & BUND

Informationsbüro von NABU & BUND, Mülheimer Str. 17, 51375 Leverkusen,

Infos: Mechtild Höller 0214/54283

Jahresbericht 2001

 Einleitung

Gegründet im November 1997 geht der AK-Fledermäuse Leverkusen ins fünfte Jahr. Acht MitarbeiterInnen setzen sich in unterschiedlicher Weise und großem Einsatz für den Schutz der heimischen Fledermäuse ein. Einige der Teilnehmer sind von Anfang an dabei, einige unterstützten uns kurzzeitig bei ein oder zwei Projekten, andere sind neu zu uns gestoßen. Kommen und Gehen bringt Leben in die Gruppe, neue Menschen bringen neue Ideen und Anregungen mit. Unserem Ziel, die Fledermäuse zu schützen, sind wir ein grosses Stück näher gekommen. Aktivitäten in den Bereichen, Öffentlichkeitsarbeit, Erfassung und Fledermausschutz ergänzen und unterstützen sich dabei sinnvoll, wie im folgenden gezeigt wird.

 

Aktivitäten des AK-Fledermäuse

  1. Infotische
    Mit Infomaterial zu den Fledermäuse, drei Plakatwänden, ein Fledermauspuzzle und Fledermäusen in verschiedenen Formen als Spielzeug auf unseren Infotischen in Leichlingen, dem NaturGut Ophoven, dem Umweltfest der Stadt Leverkusen, zur 5. Europäischen Fledermausnacht und natürlich auf dem Naturschutzbasar interessierten wir viele Erwachsene und Kinder für die Fledermäuse, manche, die skeptisch waren oder an alte Gräuelmärchen glaubten, konnten wir von der Harmlosigkeit der Fledermäuse überzeugen und für die Besonderheit der Tiere, die als einzige Säugetiergruppe aktiv fliegen können und sich mit Hilfe der Echoorientierung bewegen, begeistern.
  2. Infotafel im Wildpark Reuschenberg
    Ein Schaukasten im Wildpark Reuschenberg informiert seit November 2001 über den AK-Fledermäuse. Die Tafel soll regelmäßig aktualisiert werden.
  3. Exkursionen
    Exkursionen mit dem NaturGut und zur Europäischen Fledermausnacht fanden grosses Interesse bei Kindern und Erwachsenen. Insgesamt nahmen etwa 180 Personen teil.
  4. Fledermaus-Kastenbau
    In zwei Ferienaktionen, eine mit der Naju-Gruppe in Leverkusen-Schlebusch, die andere mit dem NaturGut, bauten wir mit 24 Kindern ebenso viele Fledermauskästen. Daneben betreuten Heribert Saß und Mechtild Höller die Schüler des Tierschutzprojektes der Marienschule Leverkusen-Opladen gemeinsam mit ihrem Lehrer Herrn Franken und dem pensionierten Hausmeister Herrn Kahre beim Bau von Fledermauskästen. Diese Kästen wurden gemeinsam mit den Schülern, in Absprache mit den städtischen Behörden, in der Nähe des Stollenbunkers in Opladen an Bäumen angebracht. Zu unserer Freude bekamen die SchülerInnen für ihr Fledermausprojekt den Umweltpreis von B90/Die Grünen, Leverkusen.

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    Auch die Mädchen des Mädchentreffs Mabuka der Stadt Leverkusen entdeckten ihr Herz für die Fledermäuse.
    Sie bauten insgesamt zehn Fledermauskästen.
  5. Kartierungen

    Die 1998 - 2000 erfolgte Erstaufnahme von Fledermaus-Jagdgebiete und den dort vorkommenden Fledermausarten sowie die Suche nach Quartieren, wurde 2001 fortgesetzt.
    Quartiererfassung an Häusern
    Im Sommer 2001 fanden wir zwei Zwergfledermaus-Wochenstuben in Schlebusch. Beide Quartiere befinden sich in Zwischendächern von Mehrfamilienhäusern. Beide Häusern sind etwa 40 Jahre alt. Beim 1. Quartier wurden 71 ausfliegenden Tiere gezählt, beim 2. Quartier 74.
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  6. 74 Zwergfledermäuse haben hinter der Verkleidung ihr Quartier

    Erfassung von Baumquartieren und Kastenkontrollen
    Nachgewiesen wurden bei der Kastenkontrolle auf dem Friedhof Scherfenbrand durch den AK-Biotopvernetzung zwei Fledermäuse. Bei einer Nachkontrolle durch M. Höller befand sich leider nur noch eine Fledermaus in einem Kasten. Die Fledermaus gehörte zur Gattung Pipistrellus, wahrscheinlich handelte es sich um eine Rauhhautfledermaus.
    Kontrolle von Kirchendächern
    auf Fledermausvorkommen wurden insgesamt sechs Leverkusener Kirchen kontrolliert: St. Stefanus, Hitdorf, St. Aldegundis, Rheindorf, Bielertkirche, Opladen, Ev. Kirche Bergisch Neukirchen, Kirche Am Blauen Berg, St. Josef, Manford.
  7. Fledermaus-Kastengebiete
    Insgesamt konnten in Absprache mit den zuständigen Behörden (ULB, Amt für Stadtgrün Stadt Leverkusen, Forstamt) 2001 unter Anleitung von M. Höller 3 neue Kastengebiete eingerichtet werden: an der Wupper in Opladen (s. Punkt 4), am Ophovener Weiher gemeinsam mit der Grundschullehrerin Frau Leopold und ihrer Klasse und im Bürgerbusch Nord mit den Mädchen des Mädchentreffs der Stadt Leverkusen. Die Betreuung übernimmt der AK-Fledermäuse.

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    Mädchen vom Mädchentreff befestigen Fledermauskästen

  8. Mithilfe beim Einbau eines fledermausgerechten Verschlusses in Remscheid
    In einem Großeinsatz halfen T. Morsbach und H. Saß dem AK-Fledertierschutz, Solingen beim Einbau eines Fledermausgitters in Remscheid.
  9. Stollenbunker an der Himmelsleiter
    Zur Erfassung der Temperaturen im Stollenbunker an der Himmelsleiter in Opladen brachten wir September 2001 im Bunker 10 MinMax-Thermometern an, setzten ein T-Stück zum Absenken des Wasserstandes in das Abflußrohr an und entrümpelten den Bunker teilweise. Ein Dankeschön an die Freiwillige Feuerwehr Opladen für nochmaliges Abpumpen des Bunkerwassers.
  10. Winterquartiere und Kastengebiete außerhalb von Leverkusen
    Ab 2001 übernimmt der AKFL mit behördlicher Genehmigung die Kontrolle und Pflege dreier Winterquartiere und eines Fledermaus-Kastengebietes (30 Kästen) in Bergisch Gladbach und im Rheinisch Bergischen Kreis. Die Beginn der Arbeiten ist für Januar 2002 vorgesehen.
  11. Fledermauspfleglinge
    Zwei Fledermausfindlinge, eine Wasserfledermaus und eine Zwergfledermaus, brachten im vergangenen Jahr neue Aufgaben für uns. Wieviel muss so ein kleines Tier fressen? Wie und wo kann man die Fledermäuse zu Hause halten? Was ist zu tun, wenn sie verletzt sind? Wo finden wir einen Tierarzt, der sich mit Fledermäusen auskennt? Können Krankheiten übertragen werden? Fragen über Fragen, die mit Hilfe von Literatur, vielen freundlichen Ratgebern und nicht zuletzt durch die praktische Pflege der Tiere, besonders des zweiten Pfleglings gelöst werden konnten.

    Foto 4 - lev1_2001d.JPG (30690 Byte)"unsere" Zwergfledermaus, Oktober 2001

Zusammenfassung

Wir freuen uns über die Ergebnisse unserer Arbeiten für den Fledermausschutz in und um Leverkusen. Fledermäuse, vor vier Jahren in Leverkusen kein Thema, werden in vielen Schulen in Sachkunde- und Biounterricht bearbeitet. Trotz hoher Medienpräsenz des Themas geht dies mit Sicherheit auch auf den Einsatz des AK-Fledermäuse zurück. Die Ersterfassung der Leverkusener Gebiete auf Fledermäuse ist fast abgeschlossen. Erste Quartiere sind bekannt, Kastengebiete neben den schon bestehenden wurden eingerichtet, Anfragen von Bürgern zu den Fledermäusen konnten beantwortet werden. Unsere Arbeit geht weiter, Ausdauer und Fleiß werden wir wie bisher einsetzen und die Massnahmen zum Fledermausschutz kontinuierlich fortsetzen.

Hertalore Dreschke, Marlies Gorny, Mechtild Höller, Torsten Morsbach, Heribert Saß, Hedi Scharff, Rose Schroer, Doris Uelner

Leverkusen, 31. Januar 2002

Dipl. Biologin Mechtild Höller

Leiterin AK-Fledermäuse

AK-Fledermäuse, NABU und BUND Leverkusen

Aktivitäten Sommer/Herbst 2002

Als Sommerprojekt startet der AK-Fledermäuse in ausgewählten Stadtteilen von Leverkusen eine Fragebogenaktion zu Fledermausvorkommen in und an Gebäuden. Sollten Sie Fledermäuse in Leverkusen beobachtet haben, teilen Sie uns Ihre Beobachtungen bitte mit oder fordern Sie den Fragebogen an unter Telefon 0214 - 54283 bzw. der E-Mailadresse: Mehoeller@web.de.

Die Arbeiten der vergangenen Jahre, z. B. Detektor-Untersuchungen zu Fledermausvorkommen in Leverkusen, Kontrolle und Reinigung der von uns betreuten Kastengebiete setzen wir fort. Weiter beraten wir bei Fledermausvorkommen an und in Gebäuden, geben Tipps zum Anbringen von Fledermausbrettern und Kästen und zum Selbstbau von Fledermauskästen und - ganz wichtig!!! - wir nehmen Fledermausfindlinge in Pflege. Wenn sie eine verletzte oder geschwächte Fledermaus gefunden haben, wenden Sie sich an oben genannte Telefonnummer, hier wird Ihnen weitergeholfen.

 

Regelmäßige Treffen des AK-Fledermäuse finden jeden ersten Mittwoch des Monats im Informationsbüro der Naturschutzverbände NABU und BUND, Gustav Heinemann Str. 11, 51377 Leverkusen statt.
Fledemausexkursionen mit dem NaturGut Ophoven, unter der Leitung von Mechtild Höller, werden an der Diepentalsperre angeboten; Termine auf Anfrage.
 
Zur Europäischen Fledermausnacht bietet der AK-Fledermäuse, NABU und BUND Leverkusen mit dem AK-Fledertierschutz Solingen e.V. eine Doppelveranstaltung an. Wir starten mit einer Fledermausexkursion am Wanderparkplatz   Ophovenerweiher (Ouloweiher), Oulostrasse, Leverkusen-Steinbüchel.
mehr unter Termine
Den Treffpunkt finden Sie im Internet unter den Stadtplänen der Seite www.leverkusen.com. Eingeladen sind alle interessierten Kinder und Erwachsene aus Leverkusen und Solingen. Nach einer Einführung zur Biologie und Lebensweise der Fledermäuse, entführen Sie die Fledermauskundler in die faszinierende Welt der Nachtjäger.

Ansprechpartnerin: Mechtild Höller
Reuterstr. 55
51375 Leverkusen
Telefon: 0214 - 54283
e-mail: Mehoeller@web.de