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Arbeitskreis Fledertierschutz Solingen e.V. AKFSG Biologische Daten der Fledertiere Einordnung Fledertiere (Chiroptera) werden in die Klasse der Säugetiere eingeordnet, in der sie die einzigen aktiven Flieger sind. Als charakteristische Merkmale dieser Tierklasse haben sie Milchdrüsen zum Säugen der Jungen, der Körper wird durch ein Haarkleid geschützt und sie können mit Einschränkungen ihre Körpertemperatur regulieren. Es gibt zwei Unterordnungen der Fledertiere, die Fledermäuse (Microchioptera) und die Flughunde (Megachioptera). In Mitteleuropa kommen nur Arten der Unterordnung Mikrochioptera (Fledermäuse) vor. Von den drei europäischen Fledermausfamilien, Hufeisennasen (Rhinophilidae), Bulldoggfledermäusen (Molossidae) und Glattnasen (Vespertilionidae), sind nur noch die letztgenannten im Bergischen Land vertreten. Wichtige Merkmale des KörperbauesMorphologisch zeigt der Bauplan von Fledermäusen deutliche Übereinstimmungen mit dem von Säugetieren. Als Anpassung an das Flugvermögen sind die Speiche (die EIle ist weitgehend zurückgebildet), die Mittelhand- und Fingerknochen (außer beim Daumen), stark verlängert. Von jeder Körperseite aus spannt sich zwischen den Fingern, dem Arm und dem Hinterbein bis hin zum Schwanz eine Flughaut (Patagium). Abb Schematischer Bauplan einer Fledermaus (verändert nach Gebhard 1991) *1 Der Hautlappen am Sporn (Epiblema) kommt nur bei den Gattung Nyctalus und Pipisterellus vor *2 Die Größe der Ohren ist sehr variabel *3 Der Ohrdeckel (Tragus) kommt nur bei der Familie Verpertilionidae (Glattnasen) vor Die Hinterextremitäten sind bis zum Fuß in die Flughaut mit einbezogen. Dennoch können Fledermäuse gut klettern, hangeln, laufen, springen und auch schwimmen. Zum Landen und Hängen Kopfunter kann das Knie nach innen und außen bewegt werden. Durch einen besonderen Sperrmechanismus ist ein Hängen ohne Muskelkraft möglich. Abb. Hinterextremität (nach Neuweiler 1990) Besonders auffallend sind die Ohren der Fledermäuse, die der Ultraschallortung dienen. Sie können als Bestimmungsmerkmal zur Artunterscheidung eingesetzt werden. Die Augen von Fledermäusen sind im allgemeinen relativ klein. Sie können damit aber HeIligkeitsstufen und Formen problemlos differenzieren, Farberkennung ist nicht bekannt. Tasthaare im Gesicht dienen zur Wahrnehmung u.a. von Luftströmen. Das Fliegen ist sehr energieaufwendig und stellt hohe Anforderungen an das Kreislaufsystem. So beträgt die Herzschlagfrequenz während des Jagdfluges bis zu 1000 Schläge/min. Während der Tageslethargie sinkt sie auf 40-80 Schläge/min ab und im Winterquartier liegt sie nicht höher a1s 20 Schläge / min (Neuweiler 1990). Die Sauerstaffaufnahmekapazität des Blutes ist 1,5 fach so hoch wie bei anderen Säugetieren. Fledermäuse können sehr unterschiedlich groß sein. DieAbb. zeigt wichtige Maße, die zur Bestimmung von Fledermäusen herangezogen werden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Größe der in unserem Bereich zu erwartenden Arten.
Abb. Meßstrecken einer Fledermaus (nach Schober 1987) KR = Kopf-Rumpflänge, UA = Unterarmlänge, S = Schwanzlänge, O = Ohrlänge, D = Daumenlänge, FSW = Flügelspannweite
Tabelle Größe der Fledermäuse (Angaben in mm, Gebhard 1991) kl.=klein; gr= groß, KR= Kopf-Rumpflänge, UA= Unterarmlänge, FSW= Flügelspannweite KR UA FSW Zwergfledermaus 33-50 27-34 190 Bartfledermaus (kl Ig r.) 35-45/40-52 30-37/32-39 220 Rauhhautfledermaus 46-54 32-37 230 Zaunkönig- Wasserfledermaus 42-55 34-42 240 größe Braunes Langohr 39-51 35-42 240 Graues Langohr 44-53 37-44 250 Fransenfledermaus 41-50 35-42 250 kl. Abendsegler 50-68 37-47 270 Sperlings- Zweifarbfledermaus 55-63 40-48 270 größe Teichfledermaus 57-61 43-48 250 Breitflügelfledermaus 62-80 47-57 360 gr. Abendsegler 65-85 48-58 400 Drossel- Mausohr (kl./gr.) 62-71/65-80 53-63/68 400 größe
Der Fledermausschädel zeichnet sich durch ein kräftiges Gebiß ("Fanggebiß") aus. Mit Hilfe der Zahnformel können die Fledermausgattungen unterschieden werden (Gebhard 1991).
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